Sigma 24-70 f2.8 - es hat zoom gemacht.

Aktualisiert: 9. März


In den 80er Jahren war vieles etwas freier und unkonventioneller. Die Älteren unter uns werden sich sicher noch erinnern. Dazu gehörten auch Songtexte, insbesondere die Deutschsprachigen.


Eines meiner absoluten Highlights: die Klaus Lage Band. Bis heute frage ich mich was sie mit der Liedzeile „es hat zoom gemacht“ auf sich hat, im Refrain ihres Hits „1000 und 1 Nacht“. Im Song wird von bisherigen Freunden gesungen, die nie daran gedacht hatten, das mehr aus ihrer jahrzehntelangen Freundschaft wird. Dinge, die sicher jeder schon mal erlebt hat. Aber ich weiß, dass ich noch nie einer neuen Partnerin „du, bei mir hat es zoom gemacht“ gesagt hatte, weder in der ersten, noch in der tausendsten Nacht. Okay, vielleicht liegt es auch daran, dass meine Eltern mit der Ihren früher nicht Kegeln gefahren sind, aber ich möchte nicht abschweifen.


Schraubt man das Sigma 24-70 f2.8 auf seine Kamera, wird die Bedeutung der Liedzeile nach den ersten Fotos mit dem Objektiv jedoch besser erklärbar. Es macht „zoom“, und das liegt nicht daran, dass man die Brennweite verändern kann. Und dazu muss man es auch nicht erst tausendmal berühren. Schon bei den ersten Testfotos stellt man eine bemerkenswerte Qualität fest. Das Glas selbst fühlt sich wertig an, ganz im Gegensatz zu meisten Zooms, AFL-Lock Taste, AF/MF Schalter, Haptisch durchaus ein Gefühl als kenne man sich schon lange, nur schläft man mit dem Objektiv nicht vor dem Fernseher ein. Ich schweife schon wieder ab.


Was die meisten wahrscheinlich interessieren wird: der bildqualitative Output. Ich kann jetzt zwar nur von meiner Panasonic S5 sprechen, doch es würde mich wundern, wenn das Glas nicht auch auf anderen Kameras eine verdammt gute Figur machen würde. Klaus Lage hatte Recht: man weiß nicht was einem bislang gefehlt hat, denn das Objektiv ist wie der Schlüssel für die Kamera.

Ich bin weiß Gott kein Pixelpeeper oder störe mich an chromatischen Aberrationen, doch ich ertappe mich dabei, wie ich gerade bei Bildern mit diesem Sigma auf 100% heranzoome und mich an besagten Farbsäumen erfreue. Also am Fehlen derselben. Manchmal frage ich mich ob ich mich nicht ebenso unverständlich ausdrücke wir Klaus. Vielleicht liegt es auch an derselben Verwirrung, denn das Glas verändert so manche Gewohnheiten. Bei vielen Fotografen ist ein Zoom eher ein Auslöser für Naserümpfen, die Vorstellung hält sich hartnäckig, dass die variablen Brennweiten kein Garant für eine hohe Bildqualität sind.


Dabei ist es nicht das erste Mal das ich über die Qualitäten von Zoom-Objektiven spreche, ein Video hierzu ist dieses hier: https://youtu.be/DFGvbTHH8iw

Gut, darin geht es um wesentlich günstigere Objektive, das 24-70 kostet ein Vielfaches des Preises der dort vorgestellten Kits. Und das ist eventuell auch der einzige Kritikpunkt am Sigma 24-70. Aber Klaus hat ja auch erst gedacht das bislang alles so vertraut war. Bei mir ist jedenfalls alles genauso neu wie nach der tausendundersten Nacht, denn ich hätte nie geglaubt ein teures, schweres Objektiv zu empfehlen. Und zwar uneingeschränkt. Ich würde sogar behaupten es schlägt die meisten Festbrennweiten oder ist zumindest Gleichauf. Das heißt man hat ein 24, 35, 50 und 70mm im Koffer, wenn man mit der Anfangsblende von 2.8 leben kann.


Sollte es bei euch bislang noch nicht Zoom gemacht haben, kommt ihr eventuell nicht aus den 80ern oder habt die Galerie noch nicht gesehen. Schämen braucht ihr euch zumindest nicht dabei.




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