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Warum ich kein Fotograf mehr sein will.

February 7, 2017

Gestern traf ich eines der schwierigsten Entscheidungen meines Berufslebens. 

Ich habe mein Gewerbe aufgegeben.

Akigrafie Fotodesign ist ab sofort nicht mehr das was es mal war.

Ich werde künftig keine Aufträge mehr annehmen und auch nichts mehr dergleichen anbieten. 

 

Warum habe ich das gemacht?

Jeder Berufsfotograf und jeder der in der Medienbranche arbeitet wird mir zustimmen, das die finanzielle Sicherung seiner Existenz zunehmend schwieriger wird. Kundenaquise, Kundenerhalt und Kundenzufriedenheit sind mittlerweile Glückssache und unterliegen solch rasant wechselnden Trends, das man als Fotograf kaum noch Bestand erhalten kann.

 

Hinzu kommt dass sich die Finanzämter so ungeniert an den Einnahmen bedienen und in fast willkürlicher Art permanent Zahlungen festlegen, das jegliche Investition ad absurdum geführt wird, wenn man einen Ausrüstungsgegenstand wieder verkaufen muss, der neue Aufträge ermöglichen sollte, um die neueste Forderung leisten zu können.

Wenn du heutzutage 30% deiner Einnahmen versteuern musst, deine Investitionen im 4-stelligen Bereich zu leisten hast, und deine Kunden "maximal 20 Euro" für ein bearbeitetes Foto bezahlen wollen wird es Zeit das Gewerbe ad acta zu legen.

 

Ich habe in den letzten 2 Jahren fast permanent 60-70 Stunden Wochen gehabt, eine Bildbearbeitung kostet unheimlich Zeit und wird von kaum einem Kunden pro Stunde bezahlt und schon gar nicht wenn der Stundenlohn nicht mit dem Literpreis für Milch zu vergleichen ist. 

Das Shooting selbst muss ja mittlerweile "im Preis drin" sein. Das hörst du von den gleichen Leuten die im Aldi die 1,5 Liter Wasserflasche für 0,08 Cent kaufen, ihren Urlaub aber auf Barbados verbringen.

 

Dann bekommst am Ende des Jahres vom Finanzamt deinen Steuerbescheid der eine Nachzahlung fordert, für die du in der Tat mal hättest Urlaub machen können. Nach Monaten von 60 Stunden Wochen brauchst du das auch, ist aber nicht möglich da du einfach immer noch viel zuwenig Steuer bezahlst nach Ansicht unserer "schwarzen Null" in Berlin. 

Versteht mich nicht falsch - Steuer muss jeder bezahlen. Wenn du aber deine Existenz nicht mehr sichern kannst, gehört dieses System mal überdacht. 

 

Ich bin durch mit diesem Irrsinn. Es ist traurig das ich meine Kunst, die viele sehr schätzten, nun nicht mehr anbieten und ausführen kann. Es hing in vielen Projekten einiges an Herzblut. Aber am Ende musst du deine Existenz wahren können. Ich mag nicht mehr zusehen wie sich ehemalige Kunden eine Kamera-Knipse kaufen um ihren Fotobedarf selbst zu machen, bejubelt von einer Instagram-Anhängerschaft die von einem guten Foto so viel Ahnung hat wie die besagte schwarze Null von Steuergerechtigkeit.

 

Künftig mache ich wieder TfP und widme mich Projekten, die sich für meine Seele lohnen, nicht mehr für das Konto. Ist am Ende deutlich wertvoller. 

An der Stelle verweise ich aber gleich auf meinen Blogeintrag über TfP.

Nicht das Akigrafie Fotodesign mit "geilen pics for free" verwechselt wird.     

 

 

 

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