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Massengeschmack, Mainstream, Määäh

June 25, 2018

 

Es ist Fußball-WM.

Die Massen sind mal wieder auf der Straße.

Für eine anständige Bezahlung von Pflegekräften sieht man meint nur ein paar Hundert im 4-Jahres-Rhythmus Fahnen schwenken.

Beim Fußball sind's Hunderttausende.

Versteht mich nicht falsch - ich hab nichts gegen Fußball. Es ist nur auffällig das diese Sportart irgendwie noch die einzige Indentität zu sein scheint, die noch gepflegt wird.

 

Bei mir in der Gegend war vergangenes Wochenende Southside Festival.

Wenn ihr den Mainstream live sehen wollt dann stellt euch auf den Bahnhof und schaut was da aus dem Zug aussteigt: Männlein und Weiblein lassen sich nur noch mit Mühe voneinander unterscheiden. "Mann" trägt ein Kartoffelsack-Shirt und kurze Hosen, Sneakers und eine Sonnenbrille mit buntem Bügel. Justin Bieber Gedenkfrisur. Vorgebräunt, vorgeglüht, tättowiert.

Das Weibchen mit schnitt- und ideenfreier Haartracht, die sich in den Piercings verheddert, Seemans-Shirt (es gab doch mal die Regel Querstreifen machen dick?), ebenfalls kurze Hose, die tättowierten Sauerkrautstampfer in Nikes, die sonnenverbrannten Arme in der Smombie-Stellung. Bei den Meisten gilt aber zu diesem Zeitpunkt schon eher aus- als vorgeglüht.

60.000 davon. Uncut.

Macht euch mal den Spaß und geht mal auf die Southside-Homepage und schaut euch die Bilder der Bands im Bereich "Lineup" an. Selbst dort: copy and paste. Den Fotografen scheint auch nichts mehr für das offizielle Bandfoto einzufallen. Wie auch - ein Bandmitglied gleicht dem Nächsten - eine Orgie an Tattoos und ungepflegten Haarschnitten.

 

Gegen den Mainstream zu sein ist nicht leicht. Hat man doch Selbigen gegen sich. Ich ziehe mir den Unmut dieser Leute regelmäßig auf den Latz, dabei sollten sie eigentlich wissen das ich es sogar begrüße wenn sie 3 Tage lang feiern. Wenn die Fußballfahne geschwenkt wird. Gejubelt, gelacht und getanzt wird. Ich bin sicher kein Spaßverderber. Und ich will auch nicht alle über einen Kamm scheren. Es ist nur so das ich diesen Massengeschmack als Fotograf täglich zu sehen bekomme. Auch auf den sozialen Netzwerken - ein Profil gleicht dem Nächsten. "Travel. Fashion. Foodlover". Fashion.

Mit einem Seemans-Shirt.

Okay.

Den Foodlover sieht man auch ohne das man es hinschreiben muss, wenn der hasthaggebrandete Bikini unter den Speckröllchen verschwindet.

 

Es ist irgendwie völlig paradox - jeder will Likes und Follower, jeder will so gut es geht auffallen, aber jeder will trotzdem in der Masse verbleiben.

Wir sind ja mittlerweile soweit das ein Profil eines maximaltättowierten "Modells" mit mehr Piercings als der Stacheldraht an der ehemaligen Hindenburg-Linie hatte, als Massentauglich gilt. Plastikhupen gehören zur Standard-Ausstattung wie das iPhone mit dem jeden Tag 2-3 Knipsbildchen von einem der "#travel" und "#foodporn" Zwangsverpflichtungen gemacht werden um die likende Masse zu bedienen, die wiederum ihre "#picoftheday" und "#inkedgirls" in die Feeds wirft.

Was hier gefüttert wird ist ein angepasstes, binär denkendes, konsum-übersättigtes und gelangweiltes Kollektiv aus Ja-sagern, das alles isst, anhört und nachplappert was vorgegeben wird.

Ohne Fragen zu stellen. #bittedenkedufürmich

 

DAS prangere ich an. Tattoos sind eigentlich geil. Ich habe tolle "#inked" Modelle.

Aber die sind individuell. Und das nicht wegen ihren Tattoos.

Ich kenne Fußball-Fans. Die kennen die National-Elf aber gefühlt taktisch besser als Löw.

Und die saufen sich kein Spiel schön und fahren mit 1,0 Promille Autokorso.

 

Nennt mich Schwarzdenker. Miesepeter.

Lass und doch, stört doch niemand, höre ich sie sagen.

Ja, in der Masse stört das auch in der Tat niemand.

 

Aber ich sage euch was: es sind schon immer die mutigen Individualisten, Querdenker, Macher und Visionäre, Leute mit Ziel und Plan gewesen, die etwas verändert haben.

 

Menschen, die den Fußball statt weiss-schwarz bunt machen.

 

Leute die auf dem Festival hinten sitzen und die Musik hören, anstatt sie zu konsumieren.

 

Aber Veränderung und Mainstream verträgt sich nun mal nicht.

Lieber in der Herde untergehen.

Hastag: #määäh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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