Der schmutzige, verbale Krieg auf YouTube

July 9, 2018

 

Vor einigen Monaten hatte ich meinen ersten Shitstorm auf meinem Youtube Kanal.

Scheiss-Sturm. Schönes Wort.

So inhaltsleer wie das was die Meisten dort abgelassen haben.

Geistiger Diarrhoe würde es treffender beschreiben.

Was die Wenigsten wissen: Youtube erlaubt mit Analytics eine sehr genaue Recherche.

Daher kann ich nachvollziehen wer da seine Magenverstimmung bei mir ablässt und woher derjenige kommt. 

Ich bleibe hier mit "derjenige" auch treffenderweise beim männlichen Geschlecht, denn auf meinem Kanal tummeln sich 90% Männer.

Gut, "Männer" ist jetzt übertrieben. Sagen wir Fotografen mit Identitätsdefiziten.

 

Dabei war dieser "Scheiss-Sturm" nicht einmalig. Immer mehr Leute verwechseln die YouTube-Kanäle oder Präsenzen der Fotografen in den "sozialen" Netzwerken mit Dixie-Klos um ihren angestauten geistigen Brechdurchfall dort abzulassen.

 

Das alles klingt jetzt recht polemisch, ich weiß.

Jedoch ist das noch harmlos im Vergleich zu dem was man sich als YouTub'ler immer häufiger anhören muss.

Begründungsfreie Verbalbreitseiten aus der "Schwachsinn", "Blödsinn", oder "saudumm" Reihe sind der Anfang, es folgen sozialunverträgliche Pauschalurteile à la "das ist der größte Blödsinn den ich je gehört habe, über das beliebte "du hast doch echt null Ahnung" bis hin zu "lösche deinen Kanal, du gibst doch nur Müll von dir". Und das lässt sich nochmals locker steigern wenn du einen Kanal betreibst der politische Inhalte hat.

 

Wem das noch nicht genug ist der darf sich Romane durch lesen, teilweise ohne Interpunktion oder Beachtung der Groß- und Kleinschreibung. Das wäre ja noch erträglich wenn diese Romane wenigstens etwas mit dem Video des YouTub'lers zu tun hätten.

 

Häufig wird es infantil: "solange du mir nicht zustimmst kann ich dir nicht Recht geben".

Oder ganz beliebt sind die gebetsmühlenartigen Wiederholungen fotografischer Paradigmen, Glaubenssätze, die so alt sind das sie sogar Kaiser Augustus irgendwann ad acta gelegt hätte, wäre er im Besitz einer Fotokamera gewesen.

 

Um nicht falsch verstanden zu werden - jeder hat seine Meinung und jeder seine Ansichten, die es wert sind zu verteidigen. Jedoch steht die Verrohung der Streit"kultur" und das aggressiv-feindschaftliche Auftreten immer mehr Nutzer der Plattformen in keinem Verhältnis zu einem normalen Meinungsaustausch.

 

Auffällig ist das die größten Brüllaffen mit nichts weiter als einem Pseudonym auftreten. Kein Portfolio, kein eigener Kanal, kein echter Name, keine Referenzen, nichts. Dank Analytics findet man dann schnell heraus mit was man es zu tun hat.

Bei mir sind es zwei Gruppen: Jungs zwischen 18 und 26 und "Männer" ab 55. Und viele kommen von Foren. Technik-NERD Foren. Da wird dein Video als blasphemisches Beispiel gepostet und keine Stunde später fällt der wütende Mob über dich her, einer nach dem anderen. Gibst denen noch Kontra greifen sie dich persönlich an und versuchen mit allen Mitteln zu kränken und zu diffamieren.

 

An was das liegt? Ich sag's euch: mangelnde Individualität, gepaart mit schwachem Selbstwertgefühl als Fotograf, das mit viel Technik, bevorzugt von einer Marke, versucht wird zu kompensieren. Hinzu kommt eine nie erlernte soziale Kompetenz. Gerade die junge Generation wird nur noch mit Konsum und Marken groß, daraus bezieht sie ihre ganze Identität.

Und die Trolle aus der Generation 55+ kommen aus einer Zeit in der es gesellschaftlich schick war den Ellenbogen auszufahren. Sie sind überfordert mit der heutigen Zeit und versuchen das mit prahlerischem Auftreten, nicht selten gepaart mit Aggressivität, wett zu machen.

 

Ich weiß was ihr denkt: ärgerte dich nicht, Aki - steh drüber. Im Grunde tue ich das auch. Nur es wird durch die Häufigkeit immer schwieriger einen Sinn in seinen Beiträgen und Videos zu finden, wenn der Mob nur darauf wartet sich an irgendetwas zu stören und du am Ende nur noch am Verteilen von Durchfallmedikamenten bist.

 

Zugegebenermaßen betreibe ich einen Kanal, der kontroversere Themen aufgreift und die Marken, die von anderen in den 7. Fotografenhimmel gelobt werden, auch mal aus der Schlechtwetter-Sicht betrachtet. Ich würde es daher bis zu einem gewissen Grad noch verstehen wenn die Meute ihren braunen Regen ausschließlich bei mir ablassen würde. Jedoch findet man die gleichen Helden auch auf anderen Kanälen.

 

Meinungsfreiheit 2018.

Die soziale Wertegemeinschaft zeigt sich von ihrer besten Seite.

Also die hinter der Toilettentür.

 

 

 

 

 

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